AFBMC 2022 - Die Allfacebook Marketing Conference: Tag 1

Auch dieses Jahr sind wir wieder bei der virtuellen AllFacebook Marketing Conference 2022 am 16. März 2022 dabei und freuen uns auf spannende Social Media-Inputs! Hier haben wir unsere Highlights des ersten Konferenz-Tages für euch zusammengefasst:

SOCIAL MEDIA MANAGER:INNEN ZWISCHEN DEN FRONTEN. APPELL AN DIE NACHHALTIGKEIT

Die Klimakrise nicht in eine Klimakatastrophe ausarten lassen - das sollte in unserer aller Leben oberste Priorität haben. Als Social Media Manager:in ist man mit genau diesem Anspruch tagtäglich konfrontiert und steht als Kommunikator:in in Fragen rund um die vielleicht dringendste Transformation der Menschheitsgeschichte an vorderster Front.

Was ist bei nachhaltiger Kommunikation folglich wichtig? Sascha Pallenberg, Chief Awareness Officer von @aware_, pocht darauf, dass ein neues Mindset im Hinblick darauf automatisch neue Resultate hervorbringen wird. Wir müssen die Dringlichkeit unsere Erde zu reparieren erkennen, Inhalte authentisch mit unserer Zielgruppe teilen und allem voran: den Spaß daran nicht verlieren!

STORYTELLING MIT WHATSAPP: DAS TKKG OSTERABENTEUER 2021

Das TKKG Osterabenteuer war ein interaktives Format für Whatsapp das durch Zusammenarbeit mehrerer Agenturen entstand & auf verschiedenen Plattformen ausgespielt wurde. Das wichtigste Learning war, dass User:innen in Geschichten investiert sind, die sie mitverfolgen und bei denen sie rätseln können. Das Format, von den TKKG Mitglieder:innen Hinweise per Whatsapp zu bekommen und per Chat Bot interagieren zu können, war eine Neuheit und ein voller Erfolg. Interaktive Formate und Geschichten zu entwickeln, ist daher eine starke Empfehlung. Wenn man dabei bekannte Charaktere, wie das TKKG Team hat, ist es einfacher. Sonst müssen die Charaktere erst etabliert werden. Geschichten und längeres Storytelling sind Methoden, die zu Begeisterung und User:innen Engagement führen.

FACEBOOK & IOS14 UPDATE: THE AFTERMATH

Die Ausgangslage nach dem IOS14 Update sah, vor allem für Performance Marketer:innen, nicht rosig aus: Die Aggregated Event Measurement Einstellungen zwangen zu einer Reihung von 8 verfügbaren und messbaren Events und verringerten die Attributionsfester auf 7 Tage. Nur ca. 15% der Apple User:innen geben Opt-In, was zu einem deutlichen Datenverlust führt. Beim Opt In wird der Zeitpunkt der Convsion attibuiert beim Opt-Out der Zeitpunkt des Klicks. Das führte dazu, dass viel weniger User:innen getrackt werden können und die CPM Preise deutlich gestiegen sind. Vor allem E-Commerce Kampagnen sind stark betroffen. E-Commerce und Leadkampagnen sind weiterhin nicht stabil und sehr teuer.

Im Talk wurde stark dazu geraten, zusätzlich Daten aus anderen Analyse Tools wie Google Analytics und zusätzliche Tracking Tools und Conversion APIs heranzuziehen. Dabei helfen Plattformen wie Shopify oder Wordpress, die native Möglichkeiten bieten oder Leadgenerierungstools wie Hubspot oder Zapier. Insgesamt soll keine Fokussierung auf einen Ad Kanal stattfinden, sondern durch Verwendung von Google Ads und andere Werbeformen eine breitere Aufstellung angestrebt werden.

Um Zielgruppen zu erweitern und vor allem für die Arbeit mit Lookalike Audiences wird geraten, aufbauend auf “echten Kund.innendaten” wie Kund:innenlisten zu optimieren und Zielgruppen nach Möglichkeit zusammenzulegen, um Adsets zu vereinfachen.

Insgesamt muss ein NOCH stärkeren Fokus auf Creative, Text und Bild gelegt werden, die möglichst effizient für die Zielgruppe vorbereitet werden sollen. Von Kampagnen mit sehr kleinen Budgets ( = weniger als 150 Euro pro Tag für ca. 30 Tage) wird abgeraten, da die Ergebnisse hier zu stark abweichen und schwanken können. Zusätzlich wird zu einer starken Fokussierung auf die Landing Page Experience geraten, um die User:innen auf der Seite halten. Dabei kann stark auf MOFU + TOFU Ziele fokussiert werden, da das Tracking von Video Views und Thruplays Plattform intern erhalten und ablesbar bleibt und damit ein gutes und messbares Ziel ist. Lookalike Audiences basierend auf Website Daten fehlt leider ein großes Portfolio an Daten, Retargeting von Video Views bleibt weiterhin sinnvoll.

RECHTSUPDATE 2022 – AKTUELLE ENTWICKLUNGEN IM DATENSCHUTZ, INFLUENCER:INNEN MARKETING & CO

Neben den Grundlagen über DSGVO und die Verarbeitung von personenbezogenen Daten hat Carsten Ulbricht auch über Influencer:innen-Marketing und Urheber:innenrechte gesprochen. So ist mangelnde Werbekennzeichnung nach Hass im Netz einer der häufigsten Rechtsverstöße.

Kurzgesagt: Wenn Produkte aufgrund einer Kooperation erwähnt oder dargestellt werden, ist es Werbung. Wenn etwas zu den marktüblichen Konditionen erworben wird und man nicht in Verbindung mit dem Dienstleister steht, ist es keine Werbung.

Ein Unternehmensaccount muss seine Inhalte auch nicht als Werbung kennzeichnen, da das Interesse und die Absicht des Accounts klar sind. Bezüglich des Urheber:innenrechts haben wir mit dem §51A UHRG eine Neuheit: So wird die Benutzung von Memes erlaubt und erleichtert, sofern ein wahrnehmbarer Unterschied zum veröffentlichten Werk besteht oder die neue Aufbereitung eine inhaltliche oder kulturelle Ergänzung darstellt. So können die eigentlich nicht zulässigen Memes und Gifs etwas bedenkenloser verwendet und vervielfältigt werden.

Hinter den Kulissen des ORFs

Die Swat.io Session bot einen Einblick in die Social Media Arbeit des ORFs und wie dessen Teams organisiert sind. haben Dabei gibt es kein zentrales Social Media Team, sondern das Unternehmen setzt stark auf Dezentralisierung. Einzelne Abteilungen wie zB. News Monitoring & ZIB arbeiten eng zusammen. Die Kompetenzen in den einzelnen Abteilungen werden für Social Media verwendet.

EDUTAINMENT LIKE A PRO – REELS MIT ECHTEM MEHRWERT

Bei Edutainment geht es darum, Wissen spielerisch zu vermitteln. Auf diesem Weg kann das Gehirn Informationen leichter internalisieren und ist motivierter, Neues aufzunehmen. Genau diesem Prinzip kann man sich in der Content Creation bedienen, damit sich Follower:innen noch intensiver und nachhaltiger mit dem eigenen Content auseinandersetzen.

Dabei liebt eine Zielgruppe Edutainment ganz besonders: Die Generation Z. Ganze 74% aus dem Jahrgang 1997 bis 2012 geben an, mehr durch ihren Social-Media Feed zu lernen, als durch ihre Ausbildung (lt. Studie von ThinkFoward). Veranschaulicht wird diese Tendenz besonders gut durch politische Wissensvermittlung, wie beispielsweise bei der Black Lives Matter-Bewegung oder fridays for future.

Für genau diese Art der Wissensvermittlung funktioniert kein Format besser als Bewegtbild, genauer gesagt Reels. Die kurzweiligen Videos können Inhalte spielerisch vermitteln und die Zielgruppe - vor allem in Kombination mit anderen Formaten - zur Interaktion bewegen. Je mehr Mehrwert dabei für die User:innen entsteht, desto erfolgreicher werden die Inhalte transportiert.

Ein Mehrwert für die User:innen entsteht wiederum dann, wenn ihre Bedürfnisse gedeckt werden. Je nach Zielgruppe können das, zum Beispiel, Attribute wie Freiheit, Kreativität oder Extravaganz sein. Es gilt aber das Prinzip: Show, don’t tell! Wichtig sind deshalb auch jene Elemente, die unterbewusst wahrgenommen werden, wie Farbgebung, Aufnahmewinkel, Schnitt, Musik…

B2B MARKETING FTW! WIE DU AUS DEINEN KUNDEN DIE PERFEKTE CONTENT MASCHINE MACHST

Was sind die besten Chancen für Markter:innen im BoFu (Bottom of the Funnel) Kund:innen zu gewinnen und durch guten Content zu halten? Die Frage, wie arbeitet man am effizientesten mit Kund:innen zusammenarbeiten, um qualitativen BOFU Content zu erstellen.

Email Umfragen liefern oft eine geringe Conversionrate. Telefon Interviews benötigten viel Budget und bringen viel Aufwand. Deshalb ging man zu 30 Min Videocalls über, woraus sich das Format WUMMM Weekly für Linkedin, Facebook und YouTube entwickelte. Immer Mittwochs um 15:00 Uhr wird ein Topic pro Talk vorgestellt, mit dem Ziel, gemeinsam mit den Kund:innen und Expert:innen Content zu erstellen. Das Setup Budget für diese Video Live Sessions betrug 500 Euro, für das Streamingtool Streamyard 20 Euro im Monat. Dieses einfache Setup entstand aus dem Gedanken, dass B2B überproduziert & unterdistribuiert ist. Der Aufwand pro Stream inklusive Cut Downs beläuft sich auf ca. drei Stunden.

WUMMM Weekly beschäftigt sich per Live Stream mit Kund:innen, mit Best Cases zB mit Whatsapp Features & Messenger Marketing in den Formaten: Ask me anything, Was muss ich wissen? Expert:innen & Company Themen. Hier wird unter anderem per Messenger Newsletter für Live Events jeder neue Stream angekündigt (CTR 25%) und Fragen per Whatsapp während der Streams ermöglicht.

Die Regel ist dabei: 1x Content produzieren, 10x nutzen und 100x ausspielen. Damit ist gemeint, dass aus einem Content Format möglich viele Formate und Anwendungsmöglichkeiten gefunden werden sollen.

Dafür stellt der Vortragende das Prinzip der Content Sau vor: Aus einem Live Video sollen möglichst viele Formate abgeleitet werden: Blogartikel, Case Studies (2-3 Slider) für Leadgenerierung, PR Format, Social Media Postings, Youtube Video + Cutdowns, Social Media Bilder und Statement Cards, Tonspur für Podcast. Anschließend werden die Interview-Partner:innen eingebunden und zum Sharen angeregt. Damit werden sie zu zusätzlichen Influencer:innen für das Format und generieren zusätzlich Kundenbindung & Reichweite.

INSTAGRAM CONTENT-CHAOS!

„Wir sind keine Plattform mehr um Fotos zu teilen!“ verkündete Instagram-CEO Adam Mosseri vor einigen Jahren auf seinem Account. Gesagt, getan - seitdem hat sich die Plattform zu einer dynamischen Content-Oberfläche gemausert und featured neben Fotos und Stories auch das vielgepriesene Bewegtbild, ob dieses nun als Video, IGTV oder Reel betitelt wird.

Und viel mehr noch, seit seiner Etablierung als Videoplattform wird standardmäßig das Hochformat bei Videos verlangt. Ein Aspekt, der in der Filmbranche lange Zeit nicht denkbar gewesen wäre. Zwar werden Videos im Feed nach wie vor im 1:1 Format angezeigt, sobald man sie jedoch anklickt, begibt man sich auf eine eigene Video-Oberfläche. Diese ist dafür konzipiert, dass User:innen möglichst viele Videos hintereinander konsumieren und längstmöglich auf der Plattform verweilen. Dieses Prinzip funktioniert nicht nur bei kurzen Clips, sondern mittlerweile auch bei einstündigen Videos - der Grund, warum die Videolänge regelmäßig verlängert wird. Inzwischen übrigens auch bei TikTok!

Besonders viel Reichweite generieren Reels dann, wenn sie mit den Instagram-eigenen Tools erstellt wurden. Im Gegensatz dazu büßen Tiktok-Videos, die auf Instagram geteilt werden, an Reichweite ein und sollten auch wegen der strengen Musikrechte im Metaverse nur mit Vorsicht auf anderen Plattformen verbreitet werden. Einen Trick für bessere Musik, insbesondere für Business-Accounts, gibt es laut Peter Mestel, Senior Social Media Expert für Instagram, nicht. Er empfiehlt, sich als Unternehmen eigene Musik von Komponist:innen erstellen zu lassen und sich durch gutes Audio-Branding hervorzuheben.

Was außerdem im Wandel ist: Der Instagram-Feed. Neben erlesenen Favoriten, die User:innen selbst bestimmen, gibt es einen eigenen Feed für Accounts, denen man folgt und den herkömmlichen Home-Feed. Einschätzungen zufolge ist der Home-Feed jener, der für kommerzielle Accounts am wichtigsten ist. Verglichen zu jenem von vor ein paar Jahren werden im jetzigen Home-Feed zwischen gefolgten auch neue Accounts angezeigt, die ähnliche Inhalte anbieten.

Der eigene Feed hingegen ist lang nicht mehr so wichtig wie früher. Zwar beharren viele User:innen auf statische Foto-Postings aber es ist mittlerweile viel wichtiger, aktiv zu sein und sich zum Beispiel innerhalb von Stories mit seiner Community auszutauschen. Generell gilt:
Reels bringen Reichweite auf den Account, der Feed ist die digitale Visitenkarte, Postings sollten der Audience die Möglichkeit bieten, in die Tiefe zu gehen und Stories dienen als das Community-Management-Tool.

Wir sind schon gespannt auf den zweiten Tag der Konferenz und werden die interessantesten Learnings auch morgen wieder mit euch teilen.