AFBMC 2021 - Die Allfacebook Marketing Conference: Tag 2

Wir haben euch die Highlights der virtuellen Allfacebook Marketing Conference 2021 zusammengefasst. Hier findest du Tag 1.

UMSÄTZE AUS VORSÄTZEN: DAS POTENTIAL VON Q5 IN 2021 NUTZen

Sebastian Vogg erklärt was es mit der Magic Time zwischen Weihnachten und Neujahr auf sich hat und warum man sich auf dieses sogenannte Q5 des Jahres fokussieren sollte. Gerade in der Weihnachtszeit prallen einige Faktoren aufeinander, welche die Tage nach den Weihnachtseinkäufen für Produktwerbung gewinnbringend machen.

Aber warum ist das so? Q5 profitiert von Underpriced Attention. Viele Plattformen werden in der Zeit von 17.-24.12., was den Zeitraum zwischen dem Last Shipping Day und Weihnachten betrifft, günstiger. Das liegt vor allem daran, dass die Ads gedrosselt werden, weil das Weihnachtsgeschäft vorbei ist. Gleichzeitig bedeutete das aber auch, dass Konkurrenz wegfällt. Man kann also mehr Menschen für weniger Geld erreichen.

Was hier gerne vergessen wird ist, dass gerade zu Weihnachten viele Nutzer*innen neue Smartphones und Geld bekommen und dass die Weihnachtszeit die optimale Discovery Time ist. Nach all dem Positivity-Overload den Familie, Weihnachten und Geschenke mit sich bringen setzt langsam die Langeweile ein. Langeweile bedeutet gleichzeitig aber: Smartphone Time.

So wird Q5 erfolgreich:

  • Product Framing: Bedürfnisse nach Produkten erkennen – hier kann man sich gut auf die Neujahrsvorsätze fokussieren
  • Upselling & Cross Selling: Kunden in Fans verwandeln
  • Late Xmas Shoppers-Produkte “Digitalisieren”: es gibt auch digitale Geschenke außer Gutscheinen - digitalisiere deine Produkte z.B. ein gepflanzter Baum
  • Brand Building & Prospecting Funnel: Nutze die erhöhte Social Media Nutzung zur Weihnachtszeit und das positive Umfeld um Aufmerksamkeit durch positive Inhalte erlangen
  • Q5 ist “App-Zeit:” durch viele neue Geräte zu Weihnachten besteht auch Bedarf an neuen Apps, da man top ausgestattet ins neue Jahr starten will.

DAS BATTLE: ALGORITHMUS VS. MANUELLES TARGETING

Laurence Kemp geht der Frage nach, ob Targeting über den Algorithmus oder manuelle Einstellungen besser sind. Eines Vorweg: Es gibt keine eindeutige Antwort. Wie so oft „kommt es darauf an“.

Wann sollte man nun auf den Algorithmus setzen?

Wenn man günstige Reichweite in einer breiten Zielgruppe will. Das kann z.B. bei der Bewerbung eines breiten Massenproduktes, wie einem neuen Song eines bekannten Künstlers der Fall sein. Facebook hat Zahlen zur Verwendung von breiten Zielgruppen veröffentlicht. Sie sollen im Durchschnitt die 1,19 fache Reichweite bieten. Detailliertes Targeting ist dagegen 2,2 mal so teuer. Der Einsatz des Algorithmus macht auch dann Sinn, wenn man die Performance kontinuierlich steigern will. Weiters empfiehlt sich die Benutzung, wenn die Zielgruppe bereits durch andere Faktoren eingeschränkt ist, z.B. geografisch oder durch Ausschlusskriterien wie Bestandskunden.

Wann sollte man lieber auf manuelles Targeting setzen?

Wenn man eine nischige Zielgruppe erreichen will, bleibt einem nichts anderes übrig. Zum Beispiel, wenn man für ein Recruiting Event potentielle Arbeitnehmer für bestimmte Positionen erreichen will. Hier führen geringe Reichweiten mit minimalen Streuverlusten zum Erfolg. Sinnvoll kann manuelles Targeting auch sein, wenn man durch Tests mehr über seine Zielgruppe erfahren will. Wenn man Kampagnen im B2B Bereich fährt, ist die Verwendung von gezieltem Targeting auch auf jeden Fall die bessere Wahl.

Zum Schluss wird noch die Frage beantwortet, ob mehr Datenschutz in der Folge weniger Targeting bedeutet. Die Antwort ist ja. Da sich der Online Werbemarkt ständig und wohl so schnell wie kein anderer weiterentwickelt, werden sich aber auch hier neue Chancen und Möglichkeiten entwickeln.

DER CORPORATE PODCAST ALS MÄCHTIGE CONTENT-MASCHINE

Ben Harmanus sprach über die Potenziale von Corporate Podcasts und teile seine Learnings am Hubspot Podcast “The Digital Helpdesk”. Dass Podcast lange kein Nischenmedium mehr sind, zeigt eine Umfrage die belegt, dass ein Drittel aller Deutschen Podcasts regelmäßig nutzen.

Unsere Learnings aus dem Vortrag:

  • Vom Funnel Modell in Richtung Fly Wheel also Kreislauf denken
  • Als gutes Podcast Ziel sieht er nicht Conversions, sondern Beziehungsaufbau
  • Auch für Podcast sollten messbare Ziele gesteckt und diese von Anfang an getrackt werden
  • Eine Frequenz von einmal im Monat ist zu wenig, ein Podcast sollte wöchentlich, zumindest 14-tägig erscheinen
  • Um den Audioschnitt kümmern sich nicht die Podcast Moderator*innen, sondern jemand mit mehr Abstand
  • Content Snacks mit Fotos und kurzen animierten Videos sind für die Verbreitung der aktuellsten Folge enorm wichtig
  • Hubspot arbeitet mit einem 6-köpfigen Host-Team, so erreicht man möglichst viel Diversität
  • Downloads von Podcast-Episoden lassen sich durch Bewerbung in anderen Podcasts und über Social Media
  • Ein fixer wöchentlicher Prozess hilft bei einem reibungslosen Ablauf
  • Die Host dienen auch als Multiplikator*innen indem sie die neueste Folge auch über ihre persönlichen Accounts teilen
  • Auch die Interview-Gäste dienen als Hebel zu mehr Reichweite

PERFORMANCE JOURNEY DESIGN: SKALIERBARE ONLINE-ERLEBNISSE ENTLANG DER KUNDENREISE

Zuhause Braukunst auf höchster Stufe zu erleben: Das Stiegl Hausbier macht Biergenuss auch in den eigenen vier Wänden zu einem kulinarischen Ereignis. Dadurch, dass die Gastronomie 2020 durch die Pandemie besonders getroffen wurde, gewann der Online-Shop der Brauerei einen neuen Stellenwert. Doch welche Produkte werden online gekauft, wenn sich die Bierflaschen der Marke in jedem Supermarkt finden lassen?

Exklusivität und Giftability ließen das Hausbier mit seinen verschiedenen Geschmacksrichtungen und edlen Etiketten als heiligen Gral ins Rampenlicht treten: Auf der Welle des aktuellen Craft Beer-Trends, wurde ein Marketingplan entwickelt, der sich ganz spezifisch mit der Customer Journey auseinander setzte. Bestehende Kund*innen wurden zu ihren Kaufgewohnheiten befragt, wodurch die Expertise der Stiegl-Fans in den Vordergrund trat, sowie die Beliebtheit der Hausbräu-Sorten als Geschenk.

Mit diesem Wissen und der Adaption der Marketing-Strategie konnte der ROAS einen Zusatz von mehr als 25% vorlegen, wodurch über 50% weniger Kosten entstanden. Die Next-Steps für die Salzburger Brauerei sind eine noch höhere Konzentration auf die Felder Gifting und Kommunikation in der Form von virtuellen Verkostungen. Prost!

INFLUENCER MARKETING MEETS PERFORMANCE ADVERTISING

Gemeinsam mit Lena Gmeiner fokussierten wir und auf das Creative im Advertising.
Niemand ist auf Facebook und Co, um Produkte zu kaufen, daher ist es umso wichtiger darauf zu achten, was die User*innen sehen.

Bei Anzeigen geht es jetzt mehr denn je darum diese nach redaktionellem Content aussehen zu lassen, was gleichzeitig die perfekte Brücke zu Influencer*innen Marketing schafft. Durch ihren authentischen Content, vermitteln Influencer*innen Marken authentischer, als es klassischen Werbeanzeigen gelingt.

Wie jedoch trifft man die richtige Entscheidung, wenn es um die passenden Influencer*innen für die eigene Marke geht? Einerseits gibt es Tools, die dir dabei behilflich sein können.

Andererseits kannst du dich auch auf eine Hashtag-Recherche begeben. Dabei suchst du für deine Marke relevante Hashtags und siehst dich dort nach Personen um, die zu dir passen.

Beim Influencer*innen Performance Advertising unterscheidet man zwischen drei Ebenen:

  • Buyout: Die Influencer*innen erstellen Content und übertragen die Rechte für diesen an den Auftraggeber. Somit wird das Unternehmen zum Content-Absender.
  • Dark Post: Hier ist der Absender der Influencer, aber dieser postet den Content nicht organisch, sondern gibt die Nutzungsrechte für sein Profil an die Marke.
  • Branded Content: Hier ist die Influencerin die Absenderin der Anzeige, die Marke kann den Content jedoch auch nutzen.

Welche Stolpersteine gilt es bei Branded Content zu vermeiden?

  • Stories in denen Influencer*innen Codes sichtbar sind.
  • Gifs und Umfragen, denn Slides mit diesen Elementen können nicht beworben werden.
  • Die wichtigsten Infos sollten in der Influencer*innen Story in einer Sequenz zusammengefasst sein. Da immer nur eine Sequenz für eine Werbeanzeige genutzt werden kann ist es wichtig, dass in diesen 15 Sekunden die notwendigsten Informationen zum Produkt enthalten sind.
  • Häkchen doppelt und dreifach checken, damit Branded Content auch hervorgehoben werden kann.
  • Branded Content sollte auch ohne Ton funktionieren.

In den vergangenen zwei Tagen konnten wir nicht nur für unsere Kund*innen viele spannende Informationen mitnehmen, sondern auch als Team Tipps und Tricks aufgreifen, die sich in künftige Kund*innenprojekte integrieren lassen.

Wir freuen uns immer, wenn auch wir noch etwas dazu lernen können. Die Allfacebook Marketing Conference 2021 hat uns nicht enttäuscht.